RES 2007-2013 (Archiv)

Handlungsfelder, Ziele und Leitprojekte

Handlungsansätze

Übergeordnete Handlungsansätze der EU

  • Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit von Land- und Forstwirtschaft,

  • Verbesserung der Umwelt und der Landschaft sowie
  • Steigerung der Lebensqualität im ländlichen Raum und Diversifizierung der Wirtschaft

Handlungsansätze der RAG "Greizer Land"

  1. Interkommunale Kooperation u. a. zur Sicherung der Grundversorgung und in der Siedlungsflächenausweisung unter Beachtung der demografischen Entwicklung (hoher Bevölkerungsrückgang zwischen 1989 und 2006, besonders in den Städten)
  2. Wanderungsverlusten entgegenwirken durch die Bewusstseinsentwicklung einer Ausbildungs- und Arbeitsperspektive in der Region zum Ausbau der persönlichen Existenz (im Vergleich zum Freistaat Thüringen hat der Landkreis Greiz hohe Abwanderungsraten, besonders bei der jüngeren Bevölkerung)
  3. Bildung und Weiterentwicklung von regionalen Wertschöpfungsketten und Produktionsabläufen (Nutzung und Verknüpfung des vielfältigen Spektrums von Agrar-, Handwerks-, Dienstleistungs- und Verarbeitungsbetrieben zur Iniitiirung eines beschäftigungswirksamen Mehrwerts)
  4. Nutzung der natürlichen Ressourcen der Region zur Erzeugung erneuerbarer Energien (Biogas, Holz) und Verarbeitung nachwachsender Rohstoffe (Hanf)
  5. Förderung des Tourismus über die Vernetzung agrartouristischer Angebote mit regional bzw. überregional bedeutsamen Sehenswürdigkeiten und über die Inwertsetzung von Natur und Landschaft, insbesondere mit der revitalisierten "Neuen Landschaft Ronneburg" (BUGA 2007) - Verknüpfung und Lückenschließung im Radwegnetz
  6. Interkommunale und gebietsübergreifende Kooperation zum Hochwasserschutz und zur Gewässerunterhaltung, speziell im Einzugsgebiet der Weißen Elster (Hochwasserschutzkonzeption)
  7. Verknüpfung des Umwelt-, Natur- und Trinkwasserschutzes mit ökonomischem Nutzen für den Tourismus und zur Erhaltung der Lebensqualität
  8. Siedlungsentwicklung, Forst- und Landwirtschaftlicher Wegebau und Inwertsetzung von Brachen über intelligente Nachnutzungskonzepte und zur Reduzierung des Flächenverbrauchs
  9. Stadt-Umland-Kooperation mit den Mittelzentren Greiz und Zeulenroda-Triebes und dem Oberzentrum Gera zur Koordinierung der Bildungs- und Gesundheitseinrichtungen
  10. Gebietsübergreifende Zusammenarbeit innerhalb des Freistaates Thüringen mit den benachbarten LEADER-Aktionsgruppen im Altenburger Land, im Saale-Orla-Kreis und im Saale-Holzland-Kreis sowie die länderübergreifende Zusammenarbeit mit den RAGs im Vogtlandkreis, im Zwickauer Land und im Burgenlandkreis zur Weiterentwicklung von Wertschöpfungsketten und touristischen Vorhaben mit überregionaler Bedeutung.

Entwicklungsziele

Die Funktion der RES "Greizer Land" dient in erster Linie der Erhöhung der regionalen Wertschöpfung und der Initiierung eines beschäftigungswirksamen Mehrwertes.

Dazu soll das vorhandene Potenzial des ländlichen Raumes bei der Erzeugung und Verarbeitung von nachwachsenden Rohstoffen (z.B. Faserpflanzen) für verschiedene Wirtschaftsbereiche (Baustoffindustrie, Automobilindustrie, Energiewirtschaft und ggf. Textilindustrie) intensiv genutzt werden. Mit dem Anbau von Hanf bzw. Flachs kann ein nachhaltiges Wirtschaften erreicht werden, welches gleichzeitig der Erhaltung und dem Schutz der Umwelt dient.

Der aktive Strukturwandel der Textilregion Greiz soll durch die Verarbeitung von Faserpflanzen als Vlies-, Dämm- und Brennstoff vorrangig auf brachliegenden Objekten und Standorten erfolgen, was der Reduzierung der Flächeninanspruchnahme dient.

Der Förderung der eigenständigen Entwicklung des ländlichen Raumes dienen darüber hinaus die Vorhaben zur Verbesserung der touristischen Infrastruktur im Thüringer Vogtland (Weidatalsperren-Elstertal) und der "Neuen Landschaft Ronneburg" (einschließlich der Regionen übergreifenden BUGA-Begleitprojekte).

Eine Intensivierung und Stärkung der interkommunalen Zusammenarbeit wird vor dem Hintergrund von sich verringernden Fördermitteln und Eigenanteilen der Kommunen immer wichtiger und daher in den Bereichen Dorferneuerung (Verbesserung der Wohn- und Lebensqualität auf dem Lande; Kulturerbe) und Hochwasserschutz von der RAG aktiv praktiziert.

Ein weiteres Ziel ist, die Verbundenheit junger Bevölkerungsteile mit der Region zu stärken, indem ihr Interesse am ländlichen Raum, z.B. durch Projekte zur Verbindung von Landwirtschaft und Schule, gestärkt wird.

Mit dem ganzheitlichen Ansatz, jugendliches Interesse zu wecken, Stärkung der regionalen Wertschöpfung, Erhaltung von Natur und Kultur etc. wird angestrebt, den ländlichen Raum als Wohn- und Lebensstandort attraktiver zu gestalten, um Wanderungsverluste zu minimieren und den Auswirkungen des demographischen Wandels Rechnung zu tragen.

Ein gemeinsames übergreifendes Vorhaben zwischen der RAG "Saale-Orla" und der RAG "Greizer Land" ist die Schaffung bzw. Optimierung einer Radwegeverbindung zwischen dem Saale-Orla-Radweg und dem Elsterradweg. Als Bindeglieder für die Vernetzung dieser Radwege dienen die bestehenden Radrundrouten "Im Land der tausend Seen", "Rund um die Talsperre Zeulenroda" sowie der überregionale Radfernweg "Euregio Egrensis". Mit der RAG "Saale Holzland" werden, wie bereits abgestimmt, zu schließende Lücken in den Bereichen der Verkehrs- und der touristischen Infrastruktur gemeinsame Entwicklungsziele darstellen.

Im Altenburger Land wird auf 179 ha Fläche Hanf produziert (Stand 2009). Laut der RES "Greizer Land" besteht seitens der Altenburger Landwirtschaftsbetriebe die Zielstellung, die aiuf diesen Flächen angebauten Produkte (Hanf) künftig am Standort Läwitz (Stadt Zeulenroda-Triebes) verarbeiten zu lassen. Bei erfolgreicher Verwirklichung der geplanten Konzepte werden am Standort Läwitz dauerhaft fünf Arbeitsplätze entstehen. Eine regionsübergreifende Zusammenarbeit mit dem Altenburger Land ergibt sich neben der im Leitprojekt 1 dargestellten Verknüpfung bei der Hanf-Wertschöpfungskette u.a. durch die gemeinsame Organisation von Nachnutzungskonzepten bzw. -projekten, z.B. zu den BUGA-Begleitprojekten "Halde Beerwalde", "Förderturm Löbichau" bzw. "Dichterinsel Löbichau", zum Thema Hochwasserschutz und zu touristischen Vorhaben entlang der im Entwurf des Regionalplanes Ostthüringen ausgewiesenen touristischen Entwicklungsachse (z.B. Fernradweg Thüringen-sächsische Städtekette, Bauerngartenroute, Straße der Bergbaukultur).

Bei der Lösung der Problemstellungen im Bereich Hochwasserschutz sowie überregionalen Wirtschafts- und Tourismusvorhaben (z.B. Elsterradweg) ist die Zusammenarbeit mit Tschechien, Sachsen und Sachsen-Anhalt (ILEK Burgenland-Weißenfels) vorgesehen. Gemeinsame Projektinhalte mit dem LEADER-Konzept Zeitz-Weißenfelser-Braunkohlerevier (Sachsen-Anhalt) existieren im Bereich Erschließung touristischer Ressourcen, einschließlich der Erschließung vom Bergbau rekultivierter Flächen ("Straße der Bergbaukultur").

Handlungsfelder

Ortsbesichtigungen stellen einen wichtigen Bestandteil der regionalen Förderung dar
Ortsbesichtigungen stellen einen wichtigen Bestandteil der regionalen Förderung dar

Die in der Übersicht dargestellten Handlungsfelder der RES "Greizer Land" dienen dazu, die Zielstellungen der RAG in den Schwerpunktbereichen umzusetzen. Projekte und Maßnahmen, die keinem der vier Handlungsfelder entsprechen, werden in der Umsetzung von der RAG nicht unterstützt.

Handlungsfeld 1:
Erhöhung der regionalen Wertschöpfung und Initiierung eines beschäftigungswirksamen Mehr-
wertes im „Greizer Land“ (Wirtschaft/ Energie)

Handlungsfeld 2:
Touristische Verknüpfung zum BUGA-Nachnutzungskonzept einschließlich der Begleitprojekte,
Erhaltung von Natur und Kulturerbe, Verbesserung des Umweltschutzes

Handlungsfeld 3:
Innovative, demographisch bedingte Anpassung der Netze der technischen und sozialen Infra-
struktur

Handlungsfeld 4:
Inwertsetzung von Brachflächen und Reduzierung der Flächeninanspruchnahme

Leitprojekt 1

Stärkung der landwirtschaftlichen Produktion durch Ausbau der Wertschöpfungskette und -tiefe

Leitprojekt 2

Aktive Gestaltung der traditionsreichen Landschaften
Thüringer Vogtland, Neue Landschaft Ronneburg, Elster- und Weidatal z.B.

Maßnahme 1: Um- und Ausbau eines Vierseithofes zum Dorfgemeinschaftshaus in der Gemeinde Saara

Leitprojekt 3

Bindeglied Bildung: Jugend-Wirtschaft-Senioren